Hercules Weihnachten - a sentimental journey

herculespoirot64 Verdient den Legacy Award
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Da bin ich wieder zurück. Meine Reise ins Disneyland Paris ist wieder Tage her. Aber ich will euch gerne mitnehmen und von meinen Eindrücken erzählen. Vorher möchte ich euch aber noch einige Hinweise zum folgenden Bericht geben:

  1. Es könnte langatmig werden. (Hoffentlich nicht langweilig.)
  2. Das liegt unter anderem daran, dass ich seit 18 Wochen an einem Ernährungsprogramm teilnehme, um das Gewicht langfristig zu reduzieren. Darum habe ich auch meine Augustreise nicht angetreten, weil das Programm mit einer zwölfwöchigen Fastenphase angefangen hatte und ich da nur ungern in Urlaub gefahren wäre. Zu dem Programm gehören nämlich wöchentliche Gruppengespräche, Sport und ärztliche Checks. Auf all das wollte ich nicht gleich am Anfang auch nur einmal verzichten.
  3. Deshalb, befasse ich mich wohl auch ausgiebig mit dem Essen im Land der Maus. Ich versuche die Stellen zu kennzeichnen. Wer mag, kann die dann ja überspringen, wenn ich mich da auslasse.

Ich wünsche euch dennoch viel Spaß bei:

Hercules Weihnachten – a sentimental journey


Gonna take a sentimental journey

Gonna set my heart on ease

Gonna make a sentimental journey

To renew old memories...


Sonntag. Morgen geht es los. Endlich wieder ins Land der Maus. Der Koffer steht schon seit fast zwei Wochen, nahezu fertig, gepackt im Schlafzimmer. Nur noch die letzten notwendigen Kleinigkeiten einpacken. Ich kann es kaum erwarten. Da ich langsam wieder an mehr fester Nahrung gewohnt werde, müssen auch einige „Überlebenspakete“ mit in den Koffer, damit der Haushalt stimmt. Also landen Knäckebrot, Obst und drei Rohkostrationen à 200 Gramm ins Gepäck. Aus einem Impuls heraus, packe ich noch meinen aktuellen Lieblingstee mit ein. Und ausreichend Nahrungsersatz für die fünf Tage plus Reserve. (Für die es interessiert, das ist Pulver, dass in Wasser aufgelöst wird und den Körper mit allem notwendigen an Vitaminen, Proteinen und Sonstigem versorgt.) Wecker ist gestellt und dann heißt es warten.


Got my bag, got my reservation

Spent each cent I could afford

like a child in wild anticipation

long to hear that all aboard
 
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dörthe Administrator
Teammitglied
Dein Bericht darf ruhig langatmig werden, denn langweilig wird er bestimmt nicht!
Oha, das hört sich nach einer gewaltigen Willensanstrengung an. Zeigt es denn Erfolg? Hoffentlich!
 
thatskk Besucht die Disney University
ich liebe lange Berichte ^^
wow das scheint wirklich eine Umstellung dann auch zu sein, grade wenn man dann auch noch in den Urlaub fährt.
Bin gespannt was du dann so an Essenstationen aufsuchst
 
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MikeFink Verdient den Legacy Award
Lancys Gourmetausstatter
Langatmigkeit ist gut. Das belebt das Geschäft wie man so sagt. Dann stehe ich mit meinen Berichten mit der "angedrohten" Länge nicht mehr alleine da. Auch wenn noch einige Zeit ins Land gehen wird bis ich selber wieder berichten und einen vom Stapel lassen kann.
 
Guinevere Imagineer Azubi
Ernsthaft? Du machst direkt eine Pause, bevor es richtig losgeht? Das ist g e m e i n!

Sagt die Frau, die im August (!!) angekündigt hat, dass sie im Oktober (!!!) berichten wird, warum es kein weiteres Jahr mit Jahreskarte geben wird. Das war auch G E M E I N!

('Tschuldigung, das konnte ich mir nicht verkneifen... Ich hoffe, du bist nicht für meine Bewichtelung zuständig, sonst war's das jetzt wohl mit meinem Wichtelgeschenk. :ROFLMAO:)
 
MadameMim1969 Rot gewordene Jahreskarten-Flüsterin
Sagt die Frau, die im August (!!) angekündigt hat, dass sie im Oktober (!!!) berichten wird, warum es kein weiteres Jahr mit Jahreskarte geben wird. Das war auch G E M E I N!

('Tschuldigung, das konnte ich mir nicht verkneifen... Ich hoffe, du bist nicht für meine Bewichtelung zuständig, sonst war's das jetzt wohl mit meinem Wichtelgeschenk. :ROFLMAO:)
Tja, ich habe einen guten Draht zu Santa...that´s the way, aha aha, I like it :-* Alles gut, den habe ich auch verdient.
 
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@dörthe
Ich bin recht zufrieden. Nein sehr zufrieden trifft es besser. Ist ja von mir auf drei Jahre angelegt worden, damit ich mich gut und langfristig umgewöhne und mein Inneres schlankes Ich, endlich mal an die Luft kommt. ;)
 
herculespoirot64 Verdient den Legacy Award
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Hercules Weihnachten - a sentimental journey Teil 2

Der Wecker klingelt. Aufbruch.

Monday that´s the day I leave, on monday

Coutin` every mile of travelling track

that takes me back.


Der Wecker klingelt ja immer noch. Man oh man. Also noch mal zehn Minuten. Wie üblich des morgens, wenn ich aufstehen soll.Ich gebe mir weitere zehn Minuten. Es ist mein erster Urlaubstag und ich kann mir Zeit lassen. Aber dann doch wie ein Elektrostoß durch den Körper. Heute geht es doch endlich nach 372 Tagen wieder ins Land der Maus. Ich machte mich soweit fertig. Kontrollierte zwischendurch gefühlt dreimal Koffer, Tasche, Geld, Ausweis. Reiseproviant. Dann entspannte ich mich doch zusehends und genoss einen kleinen Joghurt. Um diese Uhrzeit kein leichtes Unterfangen, schließlich war es erst viertel vor vier. Dann noch mal Kontrolle und es konnte losgehen.

Zum Glück musste ich nicht die Scheiben freikratzen. Dazu war es zu warm. Aber als Ausgleich regnete es. Man kann wirklich nicht alles haben. Diejenigen, die schon mal einen Reisebericht von mir gelesen haben, wissen zweierlei. Erstens ich habe eine innige Beziehung zu meiner Navi. Und zweitens, werde ich ab und an während der Fahrt beleuchtet. Mit meiner Navi habe ich inzwischen einen Waffenstillstand ausgehandelt. Sie redet mir in meine Fahrt hinein und ich ignoriere sie. Zum anderen Punkt später mehr. Ich fuhr durch Regen und Nebel und Schnee und Wind gemütlich Richtung Frankreich. Meine Lieblingsroute führt an Verviers vorbei durch die belgischen Ardennen. Wenn ich an Orten wie Barraque de Fraiture oder Barraque de St. Michel vorbeifahre, werde ich an meine Zeit in Aachen erinnert. An die Jahre, wo wir regelmäßig im Winter eine Woche in den Ardennen verbracht hatten. Die waren zum Teil hübsch verschneit. Da regnete es immerhin nicht.
An der größten Wildsau, westlich der Wolga, machte ich eine kleine Rast. Trank ein Wasser und merkte, dass gut gemeint nicht unbedingt gut durchdacht ist. Wie sollte ich nur mein Pulver in die inzwischen nur noch halb volle Wasserflasche bekommen? Mein Shaker war natürlich im Koffer. Also unfallfrei in eine kleine Öffnung aus einem größeren Beutel. Ich verrate es euch. Es ging nur mühselig und sah gar nicht sehr appetitlich aus. Abgesehen vom Pulver, dass ich verstreut hatte. Mein Glück, ich sah wohl so harmlos aus, dass die Polizisten am Nebentisch mich nicht für einen Drogendealer hielten. Und Veranlassung sahen mich zu befragen.

Inzwischen regnete es wieder reichlich. Und deshalb fuhr ich auch nur 110km, man darf ja auch nicht schneller in Frankreich fahren. Aber dann blitzte es mal wieder aus heiterem Himmel. Ich habe keine Ahnung warum. Weder waren andere Autos in der unmittelbaren Nähe, noch andere Geschwindigkeiten angesagt. Okay. Vielleicht war auch nichts. Ich wollte mir nicht die Laune verderben lassen. Die Maut ist übrigens auch günstiger von dieser Seite der Anreise aus. Jetzt wusste ich, es ist nicht mehr weit bis ans Ziel. Und dann waren da auch schon die Schilder für das Val de France. Ich wollte im umbenannten ehemaligen Kyriad (jetzt Campanile) nächtigen. Das kannte ich ja schon zu genüge. Und für mich war es mehr als ausreichend. Einen tollen Parkplatz bekam ich auch noch. Geht es denn besser?

Gepäck geschnappt und hinein ins Hotel. Der Check – In ist nach vorne im Hotel gewandert. Der ehemalige ist inzwischen eine Bar. Vor mir nur eine spanische Gruppe. Drei Frauen, drei Kinder und ein Herr. Am Check – In eine junge Dame. Während die drei Frauen diskutierten, wie der Mann, den Anmeldebogen auszufüllen hatte, unter zu Hilfe Name von WhatsApp, Google und was weiß ich noch? Es gibt bestimmt auch ein Youtube Video für so etwas. Schien es so als rissen die Kinder den Rest des Foyers ab. Nicht, dass es die Eltern gekümmert hätte. Wie gut, dass ich inzwischen bei solchen Dingen, sehr gelassen bin. Nur hatte ich Mitleid mit den Angestellten des Hotels.


Mein Check – In war schnell erledigt. Ich bekam eine Kurzeinweisung in das Prozedere. Mein Zimmer war erwartungsgemäß noch nicht bezugsfertig. Also Koffer in den dafür vorgesehenen Raum gebracht und wieder raus, da der Shuttlebus ankam. Mit Sitzplatz gelangte ich an den Bahnhof. Nur noch wenige Schritte bis zur Kontrolle. Nur noch ein paar Schritte. Dann der erste Blick auf das Disneylandhotel. Die Treppen von der Empore herunter, einige Meter noch bis zum Einlass. Dann hieß es „Welcome“. Ich war endlich daheim.
 
thatskk Besucht die Disney University
wir warten auch noch von unserem Okotber Trip ob was kommt oder nicht 0.O
Aber das soll ha in Frankreich bis zu einem Jahr dauern können, ich selber hab zwar nix mit bekommen aber meine Frau meinte sie wäre vllt doch zu schnell grad gewesen ^^

sehr spannend und ich glaub für jeden der aus/durch Richtung Aachen startet ist das Wildschwein ein Zeichen von bald sind wir da ^^!
 
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@jutta
keine Ahnung. Ich bin mir da nicht so sicher. Letztes Jahr im März war das ähnlich, aber da ist nichts gekommen. Ich bin einfach mal ein wenig optimistisch und es war nichts.

@AdL
Also ich bin ein Fan von Ella, aber bei dem Lied ziehe ich Doris Version mit Les Brown vor.
 
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Hercules Weihnachten - a sentimental journey Teil 3

Der Park war ordentlich gefüllt, aber nicht sehr voll. Genauso wie ich es mag. Stimmung, aber eben kein Gedränge. Erst einmal informationstechnisch auf den aktuellen Stand bringen, Also Parkplan und Infoblatt für die Weihnachtszeit. Meets and Greets in rauen Mengen. Ein Prinzessinnenwalzer auf der Bühne vor dem Schloss. Natürlich die Weihnachtsparade. Shows betrachtet, war da früher mehr im Park. Aber die Bühne im Frontierland ist noch immer nicht richtig fertig und in der Bühne nahe der Toadhall, gastiert ja schon seit geraumer Zeit der Chef. Und der teilt ja gerade Mal in der Weihnachtszeit seine Räumlichkeiten mit dem Weihnachtsmann.

Ich lauschte den weihnachtlichen Tönen und steuerte zielstrebig zu Bixbys. Ich wollte mir einige Anhänger für den Weihnachtsbaum anschaffen. Ich hatte gesehen, dass es einige Objekte der Begierde im Ausverkauf gebe. Aber natürlich gab es diese in dem Shop nicht mehr. Übrigens in keinem Laden mehr. War ja klar. Ich stöberte durch die Regale und machte ein paar Notizen für mich, was ich unbedingt haben musste, was eventuell in den Einkaufskorb käme und was völliger Nonsens ist aber dennoch eine gute Idee für ein Geschenk ist. Draußen machte ich mir es gerade gemütlich, um einigermaßen trocken die Weihnachtsparade zu genießen, da ertönte eine Stimme, dass die Parade auf Grund der Witterung abgesagt werde. Na toll. Geht ja schon gut los.

Also weiter durch die Shops, ist ja trocken und ich stöbere zu gerne. Ich gönnte mir einen Tee und ein Wasser, um mich aufzuwärmen.

Es war dann aber endlich mal Zeit ein wenig die Fahrattraktionen im Fantasyland zu testen. Also ab durchs Schloss. Leider gibt es da auch zwei Shops. Und ich verschob meinen Ritt im Kreis auf meinem Lieblingskarussell. Vielleicht gab es hier in den Shops ja etwas zu entdecken. Natürlich gab es genug. Leider auch nicht meine Anhänger. Aber klar, hier würde an einem der kommenden Tage eingekauft werden. Als ich aus dem Schloss auf den Hof trat, entdeckte ich gleich, dass ich in diesem Urlaub wohl kaum mit dem Karussell würde fahren können. Es war hübsch, hinter einem Zaun verpackt. Dann vielleicht Schneewittchen. Angestellt und 20 Minuten gewartet. Mich gefreut, dass die böse Stiefmutter ihr Fett ab bekam. Bei Pinocchio sollte es weiter gehen. Aber wie schon im letzten Jahr, kurz ehe ich einsteigen konnte, hatte sich der Wahl wohl verschluckt und die Attraktion wurde geschlossen. Im Moment lag Disney 2:1 vorne. Wenn das sich so fortsetzt, dann mal gute Nacht. Es regnete inzwischen noch mehr und kalt war es auch. Aber von so etwas lässt sich ein wahrer Fan ja nicht abhalten. Warum nicht einmal um die Welt reisen, dachte ich mir. Kinderarbeit ist ja eigentlich verboten. Aber das gilt für Disney nicht. Hunderte kleine unschuldige Kinder drehten sich im Kreis, sangen und tanzten für die Touristen. Kopfschüttelnd und von einer Fontäne vor dem Ausstieg durchnässt verließ ich diese dubiose Veranstaltung.

Für das Labyrinth war es mir zu kalt, bei den Teetassen und bei Peter Pan dauerte es mir zu lange. Also ging ich geradewegs zu den Piraten. In der Karibik musste es doch wärmer sein. War es auch. Es dauerte auch nicht lange, bis ich in einer wackligen Mitfahrgelegenheit mit anderen Reiselustigen Platz nahm. Der Anfang war noch sehr angenehm. Zwar waren die Gäste des Restaurants noch immer nicht bereit zu teilen, Nachdem ich durch ein überflutetes Gefängnis reisen musste, geriet ich auch noch in ein Feuergefecht. Also Erholung ist deutlich anders. Nachdem ich dem Beschuss entkommen war, sah man, was Piraterie so alles anrichten kann. Glückliche, betrunkene Männer, die sich mit Schweinen zur Ruhe begeben. Engagiertes Markttreiben und Musik vom Feinsten. Schließlich entdeckte ich in einer Tonne noch Jemandem der Jack Sparrow ähnlich sah. Der tauchte auch nochmals ein wenig später auf. Gut gewärmt, leicht neidisch auf den finanziellen Erfolg dieses Jobs, stieg ich aus. Das Wetter war in der nicht Karibik immer noch schlecht. Und so zog ich es vor, nicht auf die Parade zu warten oder gar auf die Zeremonie zur Beleuchtung des Weihnachtsbaumes zu verzichten. Ich hatte ja noch einige Tage vor mir. Außerdem glaubte ich, dass ich deutlich besser ins Hotel käme, wenn ich zur Paradenzeit den Shuttlebus nähme.
 
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So weiter geht es mit Teil 4

Hercules Weihnachten - a sentimental journey

Das mit dem Shuttle klappte so einigermaßen. Ist aber für die Hotels im Val de France noch immer ein Problem. Dazu später aber mehr.

Am Abend sollte es Buffet im Restaurant des Hotels geben. Das kannte ich schon von früher. War aber neugierig, was der Wechsel der Zugehörigkeit zu einer neuen Kette, wohl da bringen würde.

Die Auswahl an Desserts und Käse war mehr als ausreichend. Für mich würde es aber nur Obstsalat und ein wenig Quark geben. Ich steuerte also zielstrebig Richtung Salatbuffet. Das Vorspeisen und Salatbuffet war aber definitiv anders als früher. Ich weiß jetzt nicht, ob sich das zum Besseren gewendet hat. Ist sicher Ansichtssache. Es gab Tomatenscheiben in Mengen und drei verschiedenen Farben. Kleine, Mini - Salatschalen mit fertigen Salaten, Appetithäppchen mit Thunfisch, Feldsalat und Roastbeef. Ich probierte Tomaten, eigentlich so gar nicht mein Ding, und die Thunfischcreme und das Roastbeef. Von dem Tomatendreierlei war ich überraschend genug, angetan. Auch die Creme war sehr lecker. Das Roastbeef indes überzeugte mich nicht so sehr. Aber ich bin da auch kein Experte. Dann ging es an die Hauptspeisen. Frittiertes war natürlich tabu. Auch um die Pasta machte ich einen Bogen. Aber Es gab viel Gemüse und Hähnchenbrust, so dass ich nicht darben musste. Eine erkleckliche Menge Obst und ein Klecks Quark mit Ananas rundeten mein Essen ab.

Gesättigt und müde gönnte ich mir ein heißes Bad und dann eine frühe Nacht in meinem kleinen, aber feinen Hotelzimmer.

Ich bin ja ein seltsamer Zeitgenosse. Also stellte ich mir auch im Urlaub den Wecker. Nicht, dass ich den bräuchte. Ich wurde auch so sehr zeitig wach. Aber ich genieße es, langsam in den Tag zu starten. Gemütlich machte ich mich für den Tag fertig. Packte mir eine Ration Obst und Rohkost in die Tasche und ging Richtung Bus.

Der erste Shuttlebus sollte um kurz nach Acht losfahren. Also war ich kurz vor Acht ziemlich gut in der Zeit. Außer mir war zu meinem Erstaunen noch niemand zugegen. Aber dienstags ist es ja nie so voll im Park. Ich wartete und wartete. Langsam gesellten sich ein paar Mitfahrer ein. Viele schienen abzureisen. Koffer, Kinderwagen und Menschen stapelten sich inzwischen fast vor dem Hotel. Es wurde Viertel nach Acht, halb Neun, nichts tat sich. Viertel vor Neun kam dann ein Bus. Der war so voll, dass er gleich durch fuhr. Der Nächste kam etwa 10 Minuten später. Zum Glück ganz leer, so dass er nach fünf Minuten rappelvoll Richtung Park abdüsen konnte. Die anderen Hotels im Tal wurden von ihm nicht mehr angesteuert. Es hätte wohl auch kaum noch eine Sardine in den Bus gepasst. Kurz nach Neun erreichten wir dann den Bahnhof. In der Zeit wäre ich aber sicher auch zu Fuß im Park gewesen. Na ja, für den kommenden Tag musste ich mir etwas einfallen lassen.

Doch der Morgen brachte natürlich auch Positives mit sich. Das Wetter. Es war zunächst noch zu dunkel um Wetter richtig zu erkennen. Aber man konnte fühlen, es war endlich trocken. Schluss mit Regen. Und zur erwarteten Zeit zeigte sich auch ein mir unbekanntes Gestirn. Später ließ ich mir erklären, dass das die Sonne sei. A-ha, die macht zurzeit also auch Urlaub in Frankreich. Auch ein paar Verrückte schienen einen freien Tag aus den geschlossenen Anstalten zu haben. Anders kann ich mir nicht erklären, dass es Besucher gab, die mit kurzen Cargohosen und T-Shirts unterwegs waren. Mir sollte alles Recht sein. Ich war warm eingepackt.

An der Kontrolle ging es relativ zügig voran. Zielgerichtet steuerte ich auf die Studios zu. Goofy machte schon seine Späße, als ich Richtung Studio eins lief. Ich war gleich in Weihnachtsstimmung. Da reicht schon die Musik aus. Fröhlich summte ich mit. Ich ertappte mich sogar dabei, die Musik mit Texten zu unterlegen. Gut, dass mich hier keiner kannte.Wie könnte es anders sein. Mein erster Weg führte mich zu Ratatouille. Das ist meine absolute Lieblingsattraktion. Die musste natürlich sofort sein. Da der Eingang für Einzelreisende nur fünf Minuten Wartezeit anzeigte. Der Vorteil dieses Eingangs liegt natürlich auf der Hand. Man muss nicht mehr lange warten. Der Nachteil man weiß nie, mit wem man sich die Ratte teilen muss. Ich hatte dieses Mal Glück. Die Damen neben mir waren sehr freundlich und vor allem nur dezent parfümiert. Das kannte ich auch anders. Die Effekte funktionierten einwandfrei. Und da die Fahrt, so erschien es mir zumindest, teilweise länger an einem Ort verweilten, konnte ich einige neue interessante Details entdecken. Natürlich kann das aber auch am fortgeschrittenen Alter liegen, ich habe sie schlicht und einfach vergessen. Oder an der frühen Stunde. Sucht euch am besten eine Entschuldigung aus. Letztlich war es mir egal. Die Fahrt ist einfach ein Genuss. Ich liebe sie.
 
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Weiter geht es mit Teil 5 von:

Hercules Weihnachten - a sentimental journey

An diesem Morgen beließ ich es bei einer Fahrt. Von Kleinparis begab ich mich zum Land von Woody und Buzz. Ging zu Slinky und fuhr einige Runden Raupenbahn nur immer vorwärts und ohne Verdeck kurz vor Schluss, einige ältere unter euch werden sich noch erinnern. Slinky ist eben einfach modern und damit ist der Fahrgast Wind und Wetter ausgesetzt. Doch wenn die Wartezeit überschaubar ist, kann man gerne einige Runden drehen.

Ich bedauerte die Magen der Mitfahrer des RC Racers, bewunderte die Landung der Fallschirmspringer, entschied mich aber gegen einen eigenen Versuch, da es schon am Boden kalt genug war. Also ging ich zur Studio Tram Tour. Der Zug wartete schon auf mich. Also eingestiegen und sich in die Traumwelt hinter den Kulissen fahren lassen. Früher war das immer eine meiner Lieblingsattraktionen. Aber inzwischen ist das leider nicht mehr so. Es gibt immer noch ein, zwei Highlights, aber der Charme ist dahin. Für mich schon seit der Entscheidung nicht mehr an der Kostümschneiderei vorbei zu fahren. Aber das ist längst Geschichte. Und jammern bringt nichts. Nur mir ist wieder einmal aufgefallen, dass in den Studios die Kapazitäten sehr begrenzt sind. Da fehlt es deutlich an Attraktionen.

Da ich nach der Fahrt an der neuen Show im Studiopark vorbei kam und es sich gerade füllte, entschied ich mich einzureihen. Während ich da so wartete, es wurde schnell sehr voll, verspeiste ich meine Rohkostration. Keine Ahnung was die anderen Wartenden wohl so dachten. Aber es muss ja nicht immer Süßkram oder Ähnliches sein.

SPOILER ALERT +++ SPOILER ALERT +++ SPOILER ALERT +++ SPOILER ALERT +++

Endlich gewährte man uns Einlass in die neuen, heiligen Gemächer der Eiskönigin. Dachte ich zumindest. Aber nein, wir befanden uns erst einmal in dem ehemaligen Empfangsraum der Art of Animation. Zum Glück gibt es ihn und die schönen historischen Ausstellungsstücke noch in Paris. Gleich wurde ich wieder sentimental. Bilder und Gerätschaften waren geblieben. Aber die Monitore zeigten nur den Titel der neuen Show. Wo waren die schönen alten Silly Symphonies? Die wurden doch hier gezeigt? Wo war die alte Mühle, die verliebten Bäume und die tanzende Skelette?

Seufz, so ist das mit dem zunehmenden Alter. Nicht nur die Zeit rennt deutlich schneller. Nein, man neigt auch dazu früher alles besser zu finden. Schlechte Angewohnheit.

Endlich bekamen die Anwesenden eine Erklärung. Ein Einwohner Arendelles erzählte warum wir da waren. Natürlich würden wir zur Arbeit in den Palast müssen. Anna wolle ihre Schwester Königin Elsa am Tag der offenen Tür im Eispalast überraschen. Natürlich, hatte sie wie immer nicht wirklich etwas richtig geplant. So ist das eben heute. Wir „Alten“ planen und planen und sind für alle Eventualitäten abgesichert und dann enttäuscht, wenn wir keinen der Notfallpläne brauchen. Die Jugend entscheidet spontan, rudert, improvisiert und wird dann gefeiert. War das früher auch schon so? Und bei Anna war das eben genauso. Erklärte uns der junge Mann auf dem Monitor.

Wir wurden in den nächsten Raum geleitet. Wer jetzt einen prachtvollen Rahmen erwartete, Pustekuchen. Irgendwie hatten wir uns wohl auf dem Weg zum Eispalast verlaufen. Das war ja wohl hoffentlich nicht einmal der Stall. Obwohl, es war ein Stall. Mit angeschlossenem Wohnraum. Hier wohnte Sven, ich schätze die meisten von euch erinnern sich noch an Sven? Sven ist das Hirn von Kristoff und Sven aus dem Film die Eiskönigin. Kristoff kam auch herein gestürzt und vertröstete seinen Mitbewohner, weil er mal wieder keine Lebensmittel besorgt hatte. Dafür tröstete er das arme Tier mit einem Lied. Ein Fall für den Tierschutz. Klarer Fall. Kein Essen und dann noch, von einer Klampfe begleitet, eine Art Gesang zum Trost. Ich bewunderte Svens Gleichmut. Dann tauchte Anna auf. Sie hatte zumindest etwas zum Essen für den armen Sven dabei. Wir Gäste wurden natürlich weder verpflegt, noch anderweitig hofiert. Nein, uns wurde gesagt, dass wir unbedingt bei der Überraschung mitmachen müssten. Klar, das nächste Mal lese ich auch das Kleingedruckte auf meiner Einladung. Stand da was von Arbeit? Stand da was, tut mir Leid ich habe keinen Plan ihr müsst die heißen Kartoffeln für mich aus dem Ofen holen? Aber nein, nichts dergleichen stand da. Aber all das Klagen und Jammern nützte natürlich nichts. Es reichte auch nicht, dass wir mitsingen, war ja bei der ersten Veranstaltung dieser Art vor einiger Zeit im Theater von Arendelle so gewesen. Da sollte es nur ein Ständchen für eine leicht erregbare, junge Königin sein. Nein, jetzt musste eine Choreographie her. Habe ich mich schon über die Unfähigkeit der Jugend zu planvollem Vorgehen beschwert? Also Choreographie einstudiert und dann zogen wir gemeinsam Richtung Palast. Ich hoffte es zumindest.

Nun dieser Raum hatte zumindest Atmosphäre. Und sah wirklich nach Eispalast aus. Offensichtlich waren Tiere nicht erlaubt, also erschien Kristoff etwas zu spät. Während Tiere keinen Zutritt in den Winterpalast hatten, durften aber anscheinend herrenlose Schneemänner dort ihr Unwesen treiben. Immerhin scheint Königin Elsa inzwischen ein wenig entspannter als früher zu sein. Sie störte sich nicht an diesem merkwürdigen Zeitgenossen. Denn als sie auftauchte, ließ sie es gekonnt los. Mit Hilfe der eingeladenen Gäste. Übrigens war mir bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst, dass ich ab dieser Station eine dritte Staatsbürgerschaft habe. Zur Not, wer weiß wie sich das alles so entwickelt. Dann brauche ich mich einfach nur noch in Arendelle niederlassen. Und das ohne Asylantrag. Gut Arendell kann vermutlich auch neue Einwohner brauchen, wenn die wenigen in der Gruppe schon die gesamte Bevölkerung darstellen sollten. Welcher Staatschef kann schon alle Bürger seines Reiches in sein Wohnzimmer einladen? Der Papst oder Fürst Albert von Monaco noch, vielleicht. Aber auch bei denen wird es schon sehr voll werden.

Zum Schluss gab es dann für alle Anwesenden ein Happyend. Die Königin bekam ihren Schneemann, Anna ihr Rentier und Kristoff Zeit gesanglich zu reifen. So verstand ich das zumindest. Kann aber auch am seltsamen Text und am Duett mit Sven gelegen haben. Es empfiehlt sich auch, außer das genaue Lesen der Einladung, sehr frühzeitig vor dem Beginn der Audienz da zu sein. Ansonsten. „Du kommst hier nicht rein!“

Ende des Spoilers.
 
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Teil 6

Nach meiner Visite in Arendelle, war mir nach Musik, nach guter Musik. Nach Swing. Also ab zu Mickys Big Band im Animagique Theater.

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Mickys Big Band ist auf alle Fälle einen Besuch wert. Selbst wenn man die Show in der letzten Saison schon gesehen haben sollte, wird man überrascht. Natürlich muss man Jazz mögen. Aber wer könnte sich schon einer Mischung aus Weihnachtshits und Rhythmus entziehen, wenn sie so gekonnt und auf musikalisch hohem Niveau von stimmlich ansprechenden Sängerinnen und Sängern, sowie gut gelaunten Tänzerinnen und Tänzern dargeboten wird. Auch für Besucher der letzten Saison, gab es wieder ein paar Neuerungen. So hat unter anderem auch Donald einen musikalischen Auftritt. Und die beste Ente der Welt schlägt sich durchaus achtbar neben den drei Herren des Gesanges. Als dann auch noch Daisy, seine Angebetete auftaucht, steht Donalds Weihnachtsglück natürlich nichts mehr im Weg. Ein weiteres Highlight des Tages.

Spoiler Ende.

Inzwischen war es früher Nachmittag geworden. Die Sonne strahlte mit mir und meiner guten Laune um die Wette. Der Höhepunkt des Urlaubes kam näher. Na ja, sagen wir besser einer der Höhepunkte. Doch dafür musste ich mich aus dem Studio ins Village begeben. Dort inspizierte ich die Weihnachtsbuden. Stöberte, eher schnüffelte ausgiebig an einem Stand mit diversen Seifen und ähnlichen Produkten. Ich konnte mich nicht entscheiden, was ich davon mitnehmen sollte. Aber zuerst wollte ich sowieso essen. Für meine heutige Visite hatte ich mir das Rainforest Café ausgesucht. Die haben gute Salate. Und der Stand heute auf meiner Liste. Denn viele Alternativen hatte ich ja nicht. Die Soßen auf den Nudeln erschienen mir zwar lecker, aber dann doch zu schwierig auseinander zu dividieren. Frittiertes kam ja nicht in Frage. Doch den Caesar Salat hatte ich schon öfter bei meinen Besuchen hier gegessen. Und der war ja durchaus empfehlenswert. Also bestellte ich mir ein großes Wasser und den Salat. Soße bitte extra. Der kam dann auch frisch, einem armen Kaninchen entwendet, auf den Tisch. Die Soße extra. Das hatte gut geklappt. Allerdings verblüffte mich die Menge an Soße. Ich konnte mich jetzt nicht mehr erinnern, ob es immer so viel Soße auf dem Salat gab. Aber mit der Menge hätte ich bestimmt sechs Salate essen können und hätte noch immer davon übrig gehabt. Ich vermute eher sie wollten sich nicht lumpen lassen. Auf alle Fälle werde ich jetzt im Restaurant immer die Soße extra bestellen. Einfach um den Salat nicht ertränkt zu bekommen und das kann ja nicht schaden. Einen Nachtisch lehnte ich danken ab. Machte mich auf den Weg. Ich konnte nicht mehr länger warten. Endlich sollte ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Und ich war schon gespannt, wie es mir danach gehen würde.
 
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wir haben uns auch gewundert wie manche doch angezogen waren und müssen sagen der Sprache her waren die kurze Hose und Tshirt Freunde denen wir begegnet sind entweder Engländer oder Niederländer ^^
wir waren dagegen echt dick und warm angezogen die drei Tage über.
Ich finde es echt interessant wie du auch mal mit einem anderen Blick das essen schilderst
 
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Also da stellt Frau doch tatsächlich meine Glaubwürdigkeit in Frage, ts, ts, ts. Ich bin doch kein Münchhausen. :)

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Hercules Weihnachten - a sentimental journey

Zielstrebig steuerte ich meiner Erfüllung entgegen. Ich achtete schon gar nicht mehr auf meine Umgebung. Ich blickte weder nach rechts in die Schaufenster, noch auf die vielen Besucher, die mir entgegen strömten. Schließlich erreichte ich das Ziel meiner Begierde. Ich öffnete die Tür. Ein freundliches „Bonjour“ ertönte von rechts, eine wohlige Wärme umfing mich. Sollte ich es wirklich wagen? Ich überlegte schon wieder kehrt zu machen. Vielleicht sollte ich doch lieber... Aber nein, in Frankreich sollte es wieder passieren. Endlich. Nach über 17 Wochen. Warum nur dauerte es so lange bis ich an der Reihe bin, fragte ich mich. Der Duft vernebelte schon meine Sinne. Ich war endlich dran. Und ich konnte nur leise stottern. Einen Latte Macchiato, s`il vous plait. Groß, big, grande.

Kleine Erklärung. Zeitgleich zu meinem Ernährungsprogramm entschloss ich mich auch dem Kaffeekonsum einmal zu entsagen. Das lag daran, dass ich meinen Kaffee gerne mit Milch trinke. Milch aber gar nicht oder nur in geringen Mengen der 0,3% Variante erlaubt sind. Und das ist für mich keine Milch, sondern gefärbtes Wasser. Also schwenkte ich von Kaffee auf Pfefferminz-, Kamillen-, Fenchel-, Brennessel- oder Melissentee um. Das brachte mir zumindest das wärmende Gefühl am Morgen. Da ich zum Zeitpunkt meiner Reise bereits in der Umstellungsphase war und geringere Mengen Milch eingeplant werden konnten, nahm ich mir vor, dort einen Milchkaffee zu gönnen.

Also stand ich jetzt im Starbucks, zahlte und wartete. Immer noch irritiert, ob meiner Erwartungen und Gelüste, und der, wie immer, Irritation meinem Kaffee einen Namen geben zu müssen. Hinter dem Monster von Kaffeemaschine stand eine zwei Meter Version von Vin Diesel. Der verbreitete eine Aura des nicht Widersprechens und der Hinnahme dessen, was er einem Anbot. Dann ertönte militärisch mein Name und schüchtern ergriff ich erst meinen Kaffee und dann die Flucht. Er verfolgte mich nicht, also hatte ich alles richtig gemacht. Erleichtert setzte ich mich draußen an die Seite des Cafés. Mit dem Rücken zu den Besuchern. Ich wollte doch nicht, dass mich einer bei meinem ersten Mal beobachtet. Ich ergriff den heißen Becher. Schloss die Augen und benetzte meine Lippen mit dem köstlichen Nass. Warm, heiß ronnen die ersten Tropfen in meinen begierigen Schlund. Und dann wartete ich. Zehn Sekunden, zwanzig Sekunden, nichts, nochmals zehn Sekunden. Ich trank fast hektisch einen weiteren Schluck. Wieder nichts. Da musste doch etwas passieren. Da ist doch Koffein drin, dem hatte ich mich doch nicht verweigert, als ich gefragt wurde. Ich lehnte nur jegliche seltsamen extra Geschmäcker ab. Da war ich mir sicher. Wo war die Explosion, wo war die Ekstase? Nichts? Nada? Niente? Rien??? Kein Wunder ereignete sich. Der Kaffee schmeckte einfach gut. Ja, nicht mehr, schlicht und einfach gut. Ich drehte mich zur Promenade. Hoffentlich sah man mir meine Enttäuschung nicht an. Hatte ich zu große Erwartungen in einen einfachen Kaffee gesetzt? Wahrscheinlich. Erwartungen, denen das Getränk nicht standhalten konnte, weil ich ihm im Laufe der Wochen wohl magische Kräfte zugestanden hatte.
Ich genoss den Kaffee bis zur kühlen Neige und entschuldigte mich bei ihm. Denn er konnte ja nichts dafür, dass ich solch überhöhte Ansprüche an ihn hatte. Es kam mir vor, dass die Sonne wie zum Trost noch ein paar mehr Watt über meinem Kopf zu verstrahlen schien. Meine gedämpfte Stimmung heiterte sich auf. Der Becher war leer. Ich entsorgte ihn und entschloss mich meiner Enttäuschung mit ein wenig Einkaufen entgegen zu treten. Also erstand ich Lebkuchenrentiere und Lebkuchenmänner. Seife kam auch in meine Tasche, nachdem ich ja auf meinem Hinweg schon reichlich an den unterschiedlichen Sorten geschnuppert hatte. So machten zumindest die Leutchen ein kleines Geschäft.

Ich ging Richtung Park. Ein Blick und ein Foto vor dem blauen Himmel des Schlosses und alle Schmerzen und Enttäuschungen wären sicher dahin.
 
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